"Por San Andrés, la nieve a tus pies" – Zu Sankt Andreas, Schnee unter deinen Füßen – sagt die alte Bauernregel. Mit dem Heiligenfest Ende November hält die Kälte und damit das Kaminfeuer Einzug. Das Knistern von Feuerholz, der Rauch aus den Schornsteinen und die Aromen von Eintöpfen und Schmorgerichten verleihen den andalusischen Küchen eine magische Atmosphäre. Und was soll man erst über ihren Geschmack sagen: echtes Soul- und Comfortfood!

 

Sie können Andalusien auf einer Geschmacksreise durch seine Eintopfgerichte entdecken, nach denen Sie sich sehnen, wenn die kalten und regnerischen Tage nahen. Eintöpfe, Suppen und Schmorgerichte gibt es in jeder Ecke Andalusiens. Viele von ihnen haben eine gemeinsame, jahrhundertealte Grundlage, oft maurischen Ursprungs, die in den verschiedenen Dörfern und Haushalten nachgekocht werden – meist mit leichten Abwandlungen, manchmal aber auch mit ganz eigener Identität.

 

Die Winterküche geht auf uralte Zeiten zurück, als nur saisonale Produkte aus Gemüsegärten und von Märkten zur Verfügung standen und man sich bei der Zubereitung der Rezepte auf lokale Zutaten beschränken musste: Kastanien, Orangen, Hülsenfrüchte, Artischocken … und natürlich die Schlachtprodukte. Geschlachtet wurde im November rund um Sankt Martin, daher die Redewendung „A cada cerdo le llega su San Martín“. Die Kälte war und ist ein treuer Verbündeter beim Trocknen und Pökeln von Wurst- und Fleischwaren.

 

Winterküche, Hülsenfrüchte und Eintopf

 

Und genau diesen Schlachtungen ist es zu verdanken, dass es kein Rezept für den andalusischen Eintopf, das Stargericht des Winters, gibt, in dem nicht die köstliche Pringá enthalten wäre. Kichererbsen aus Escacena und Fernán Núñez sowie Gemüse übernehmen die weiteren Hauptrollen in diesem herzhaften Gericht, das nach stundenlangem Köcheln seine volle wärmende Kraft entfaltet.

 

Je nach Region wird mehr oder weniger Brühe, Reis oder eine bestimmte Fleischsorte hinzugefügt – gute gepökelte Knochen dürfen jedoch nie fehlen. Puchero ist ein äußerst vielseitiges Gericht, denn aus Resten entstehen Kroketten, Ropa Vieja oder Bratgerichte. Besonders erwähnenswert ist die Eintopfbrühe, der man sogar heilende Eigenschaften zuschreibt. Wer hat nicht schon einmal eine gute Brühe als Allheilmittel empfohlen?

 

Puchero andalusischer Eintopf

 

Andalusische Kutteln mit Kichererbsen, Zigeunertopf und San-Antonio-Eintopf, Gazpachuelo, Vigil- und Distel-Eintöpfe, Menudo, Calandrajos mit Hase oder Camuñas sind nur einige der vielen Gerichte, die in der kalten Jahreszeit nicht fehlen dürfen.

 

Routen des Mosto

 

Wenn es eine Gegend gibt, in der der November besonders willkommen ist, dann ist es Jerez. Auf dem Land beginnen die Tabancos und Ventas ihre Saison mit den typischen roten Tüchern, die den Verkauf des jungen, wilden Weins ankündigen: des Mosto.

 

Tabancos in Jerez

 

Dieser junge Wein wird von einer einzigartigen Gastronomie begleitet, mit ebenso authentischen wie wenig bekannten Gerichten: Blattkohl, Ajo Campero oder Kutteln.

 

Das Mostdreieck von Cádiz besteht aus Jerez, Trebujena und Sanlúcar, erstreckt sich jedoch auch auf die Sierra sowie Orte rund um die Bucht von Cádiz.

 

Mosto Wein

 

Dieser Most, der – wie man sagt – „nicht betrunken macht, aber in die Knie zwingt“, hat auch im Aljarafe von Sevilla seine eigene Route. Festliche Veranstaltungen wie die Mostmesse in Umbrete oder die Weinlese in Villanueva del Ariscal sind besonders hervorzuheben. Im November werden die Weinkellereien der Region zu einem beliebten Ziel für Besucher.